Ehem. Post Obertürkheim

Die Bauten, die Baurat/Oberbaurat Martin Mayer entworfen hat, sind entsprechend ihrer Bauaufgabe sachlich gestaltet und weisen auf technische Funktionen hin. So ist der Bahnhof in Bad Cannstatt, 1915 eröffnet, in klaren kubischen Formen gegliedert: Die große Eingangshalle, die zu den Bahnsteigen führt, ist nach außen schlicht gestaltet durch ein breit angelegtes Entree über dem sich drei große Fensterflächen erheben, die den hohen Innenraum mit Tageslicht versorgen; die beiden Seitenflügel sind etwas zurückgelegt und nieder gehalten. Insgesamt wirkt der Bau sehr repräsentativ.

Der Bahnhof in Obertürkheim, 1914 Baubeginn, 1918 Eröffnung, ist zum Ort hin repräsentativ, zumal er in der Achse der heutigen Asangstrasse steht. Allerdings ist diese Schauseite durch Bäume verdeckt.

Das als Reichsbahndirektion Stuttgart erstellte Gebäude, Heilbronner Straße 7, wurde 1911/12 nach Plänen Martin Mayers errichtet. In den Formen ist dieser Bau noch dem Historismus verbunden, zeigt allerdings bereits schlichte kubische Formen. Die Bedeutung des Bauwerks wird u. a. betont durch Halbsäulen, Fensterbekrönungen und das massiv ausgeführte Erdgeschoss.

Dagegen wirkt die ehemalige Post in Obertürkheim, 1919-1921, rein funktional und sachlich. Schmuckelemente sind stark reduziert und befinden sich lediglich am Eingang für den Publikumsverkehr. Bemerkenswert ist die Gestaltung der Fensterfront im Erdgeschoss in Richtung zur Bushaltestelle: Die Fenster sind in der Fassade wie zurückgelegte, flache Erker gestaltet.