Pfarrhaus Uhlbach

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Das als Weingärtnerhaus erbaute Gebäude wurde schon nach wenigen Jahren seines Bestandes von der Gemeinde gekauft und zum Pfarrhaus umgewidmet. Diesem Kauf war eine jahrzehntelange Suche nach einem geeigneten Gebäude vorangegangen, weil das alte Pfarrhaus längst unbewohnbar geworden war und der Pfarrer zur Miete wohnte. Um gegenüber der herzoglichen Verwaltung die Dringlichkeit vor Augen zu führen, dass der Pfarrer ein neues Haus benötigt, wurde sogar behauptet, dass im alten Pfarrhaus ein Gespenst hause. 1708 führt der örtliche Magistrat in einem Schreiben an: Alldieweylen das bißhero Zue Uhlbach, hießigen Ambts, geweßene dem Gemeinen Fleckhen daselbsten aigenthumblich angehörige Pfarrhauß nicht allein wegen deß darinnen sich vilfältig sPühren Lassenden GesPensts von denen Pfarrern nimmer bewohnt werden wollen, solle man doch das von Andreas Kurrle vor wenigen Jahren gebaute Weingärtnerhaus kaufen und dem Pfarrer zur Verfügung stellen.

Pfarrhaus Teilansicht von W miniIm Jahr 1655 schreibt Pfarrer Johannes Ketterlinus einen der vielen Bittbriefe, die die Uhlbacher Pfarrer um Erhöhung ihrer Besoldung auf den Weg brachten. Darin führt er aus, dass sein geringes Einkommen aus 73 Gulden, einer in Gnaden gereichten Menge an Dinkel und 3 Eimern Wein bestehe. – Die Besoldung sollte über die Jahrhunderte nie sonderlich hoch sein, wurde aber seit etwa Ende des 18. Jahrhunderts nur noch in Geld und Zehntabgaben geleistet, ab Mitte des 19. Jahrhunderts nur noch in Geld.

Pfarrhaus Waschhaus Gesamtansicht von SSO miniDas Gebäude ist ein stattliches Weingärtnerhaus und enthielt Stallungen, eine Remise, einen großen gewölbten Keller, große Bühnen, mehrere Stuben und Kammern. Zum Pfarrhaus gehörte ein großer Garten, ein Küchengarten, ein Back- und Waschhaus. Bemerkenswert ist, dass vor jedem Aufzug eines neuen Pfarrers das Gebäude großzügig saniert wurde. Die Baulast lag bis zur Eingemeindung Uhlbachs nach Stuttgart bei der Gemeinde.