Andreaskirche Uhlbach

P1010362 miniDie Andreaskirche in Uhlbach geht in ihrer heutigen Gestalt auf das Jahr 1895 zurück, als der in Württemberg für den protestantischen Kirchenbau bedeutende Architekt Heinrich Dolmetsch den Bau in einer kunsthandwerklich geprägten, eigenständigen Formensprache gestaltete. Dies ist besonders im Innenraum zu erkennen. – Im Wesentlichen hat Heinrich Dolmetsch den Vorgängerbau beibehalten, wobei der Innenraum und der Kirchturm gänzlich neu gestaltet wurden. Er schloss den auf der Südseite zum Friedhof hin gelegenen Eingang, wie auf einem Plan von 1769 erkennbar, und verlegte ihn auf die Nordseite, nachdem eine dort befindliche Außentreppe, die die Empore erschloss, abgerissen worden war. Dieser neue Zugang erhielt eine Supraporte, die die Begegnung Rahels mit Jakob darstellt; das Relief ist ein Werk des damals renommierten Bildhauers Albert Gäckle.

P1010361 miniDer Innenraum besticht durch seine harmonische Gliederung. Den Gesamteindruck beherrschen die Materialien Holz und Stein, wobei der Stein durch eine aufgemalte Quaderung regelmäßig behauene Steine vortäuscht. Aus Holz bestehen Decke, Empore, Kanzel und Kirchenbänke. Die Ausmalung schuf Karl Theodor Bauerle. Von herausragender Bedeutung ist der Kirchenstuhl der Familie Benger gegenüber der Kanzel. Im Chor der Kirche befindet sich ein farbig gefasstes Relief, das die Grablegung Christi darstellt.

P1090650 miniUhlbach erhielt erst im Jahr 1490 eine eigene Pfarrei, bis dahin hatte der Bau den Rang einer Kapelle. Dass die Kirche 1490 erbaut wurde, wie verschiedentlich behauptet, ist fraglich, denn in den älteren Quellen ist stets von einer Kapelle die Rede und ein Kirchenbau in dieser Zeit lässt sich archivalisch nicht belegen.

P1090653 miniDie Baulast an der Kirche lag bei der Gemeinde, die allerdings verschiedene Male sowohl bei der geistlichen als auch weltlichen Verwaltung in Cannstatt um finanziellen Beistand bei Reparaturarbeiten nachsuchte. Bis zum Jahr 1490 waren die Einwohner Uhlbachs, die nördlich des Uhlbachs wohnten, nach Obertürkheim eingepfarrt, während die südlich des Bachs wohnenden Bürger nach Esslingen eingepfarrt waren.

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